Sylvia Bühler (überrascht): Ach ja? Nein, das wusste ich nicht.
Eine halbe Stunde später:
Bühler: Das ist die falsche Frage. Dass der Knoten Reaktionen auslöst, damit hatte ich natürlich schon gerechnet.
Bühler: Bei einem Kunstwerk ist es immer so, dass es den einen gefällt und den anderen nicht. Damit muss ich als Kunstschaffende leben können.
Bühler: Oh ja! Wer Kunstwerke schafft, sieht sich immer auch mit Kritik konfrontiert. Ich nehme an, Ihnen als Journalist ergeht es nicht anders.
Bühler: Es ist vielleicht nicht wirklich kommuniziert worden, worum es beim Knoten geht. Er steht in der Mitte des Dorfs mit Ausgängen und Eingängen in alle vier Richtungen und hat entsprechenden Symbolcharakter.
Bühler: Dann haben das halt viele nicht gelesen.
Bühler: Das Kunstwerk charakterisiert auch die Gemeinde Au. Auf den Endrohren sind die Begriffe Knotenpunkt, Lebensraum, Arbeitsplatz und Heimatort zu lesen. Zusammen mit dem jetzt noch fehlenden Rheinkiesel und der vorgesehenen Beleuchtung wird eine eindrückliche Wirkung erzeugt.
Bühler: Da täuschen Sie sich. Das Gegenteil trifft zu. Ein grosser Teil der Ideen wurde einbezogen, was unter anderem die genannten Begriffe wie Heimatort oder Arbeitsplatz begründet.
Bühler: Die Wörter wurden ganz bewusst von Hand geschrieben und nicht mit Hilfe einer Schablone. Ich wollte so eine gewisse Weichheit, im wahrsten Sinne des Wortes eine persönliche Handschrift ins Werk bringen.
Bühler: Für den Rost anstatt für Farben sprechen verschiedene Gründe. Einer ist, dass der Knoten kitschig wirken würde, wäre er bemalt. Ausserdem ging es darum, den finanziellen Aufwand möglichst gering zu halten und allfällige Folgekosten von vornherein auszuschliessen. Dabei ist auch der leider nie ganz auszuschliessende Vandalismus ein Aspekt.
Bühler: Ich weiss noch nicht sicher, ob auch jener Kreisel durch mich gestaltet wird. Deshalb möchte ich mich nicht äussern.
Bühler: (lacht) Ein solcher Entscheid würde nicht durch mich gefällt. Ich bin nur die Ausführende, die eine Idee hatte.
Bühler: Schön wäre grundsätzlich, wenn Kunstwerken etwas mehr Zeit geschenkt würde und man sich etwas mehr mit den Hintergründen befassen wollte. Allerdings ist klar zu sagen, dass ich es natürlich sehr begrüsse, wenn wie jetzt diskutiert wird. Jeder hat nicht nur das Recht, eine Meinung zu haben, sondern soll sie auch sagen. Interview: Gert Bruderer
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